Hunde ABC

Hunde ABC

Vonwie Automuffel bis Z wie Zugführer (von Enrico Lombardi und Thomas Böhm)

A  wie AutomuffelWas mache ich, wenn mein Hund sich weigert, in ein Auto zu steigen, wenn ich verreisen, oder mit ihm zum Arzt will?

Jeder Hund muss das Autofahren erstmal erlernen. Ein anfängliches Unwohlsein ist deshalb normal. Der Hund muss sein Gleichgewichtsverlagerung finden und sich auch an die Wahrnehmung gegenüber der Umwelt, die nun an ihm vorbeirauscht, gewöhnen. Manche Hunde schaffen die Gewöhnung nicht von allein und entwickeln Ängste. Diesen Hunden hilft eine Art SCHNECKENHAUS, in dem er sich wohl und sicher fühlen kann! Schaffen Sie Ihrem vierbeinigen Liebling eine sichere Höhle und dies zunächst in seinem heimischen Umfeld. Nutzen Sie dafür eine Hundebox in angemessener Größe zum Hund. Diese muss ihm nun positiv vermittelt werden. Dazu kann sie zunächst zum alleinigen Futterplatz umfunktioniert werden und auch als Schlafplatz genutzt werden. Alles Angenehme für Ihren Hund, sollte nun eine zeitlang von dieser Hundebox ausgehen. So schicken Sie ihn beispielsweise, bevor Sie mit ihm spazieren gehen, in seine Box und rufen ihn sobald es los geht, von dort ab. Ihr Hund soll sich in seiner neu gewonnenen Höhle nicht nur wohlfühlen, sondern auch in Erwartung auf etwas stehen.  Nachdem das nun erreicht wurde und der Hund an das Betreten und den Aufenthalt in der Hundebox gewöhnt wurde, stellt man diese zunächst in die Nähe des Fahrzeugs. Auch an diesem neuen Ort, lässt man den Hund das Gewöhnte durchführen, also hinein in die Box und nach kurzer Zeit wieder hinaus. Sobald auch das unproblematisch funktioniert, stellt man die Hundebox an und schließlich in das Auto. Das so geschaffene Sicherheitsgefühl innerhalb dieser künstlichen Höhle, verhilft dem Hund die zunächst gewonnene negative Empfindung im Auto, nun wie in einer Blase zu erleben die ihn schützt.

Sollte die gewonnene negative Erfahrung zum Autofahren auf Übelkeit beruhen und sich der Hund ständig übergeben, sollte der Tierarzt, oder aus biologischer Tiermedizin der Tierheilpraktiker, nach unterstützende Medikamenten gefragt werden.

 

B wie BalljunkieWas mache ich, wenn der Hund völlig durchdreht, so bald ich einen Ball in die Hand nehme und er nicht aufhört zu bellen, bis ich diesen Ball werfe und er das Spielzeug auch nicht mehr hergeben will?

Das Ballspiel bedeutet einigen Hunden sehr viel, denn es geht ihnen auch um so viel mehr als nur dem Ball. Lapidar als Balljunkie bezeichnet, spulen diese Hunde instinktgesteuerte Funktionsweisen der Jagd ab. Es geht ihnen um Hetzen, Packen und darum die Beute zu sichern. Der Erfolg  einen Ball immer erjagen zu können, macht das Tier also nicht zum Ball-, sondern einfach zum Erfolgsjunkie. Und sein wir doch mal ehrlich, wer von uns möchte denn keinen Erfolg? Einige von diesen Erfolgsjunkies haben auch noch gelernt, dass Auslöser für ihren Erfolg der Mensch ist und fordern diesen deshalb bellend auf, den Weg zu ihrem Erfolg durch das Werfen nochmals zu ermöglichen. Wird dann auf dieses Bellen die gewollte Jagt nach dem Ball auch noch immer wieder eröffnet, so wird auch das Aufforderungsbellen zum Bestandteil des Weges zum Erfolg.

Ist nun eine Veränderung dieses hündischen Verhaltens gewünscht, so ist auch dies wie so oft, nur durch konsequentes ändern der eigenen Reaktionen gegenüber seinem Hund zu erreichen. Das Spiel mit dem Ball sollte zukünftig bestimmt werden. Kein sinnloses Werfen mehr und der Hund erledigt dann seinen Rest. Geben Sie Ihrem Hund einen Spielablauf, aber vor allem verwalten Sie den Ball. Verlangen Sie Ihrem Hund Leistungen ab, bevor er zum Ball darf. Wenn er den Ball hat, müssen Sie nun etwas viel besseres haben. Das könnte eine Hand voll toller Leckereien sein. Zeigen Sie ihm, dass ihnen der Ball egal ist solange er ihn hat. Zeigen Sie ihm, dass der Weg zum Ball auch nur über sie erfolgt. Mit diesen kleinen Gesten können Sie ihrem Hund beibringen, dass es nicht ein Spiel um den Ball ist, sondern ein Gemeinschaftsspiel mit dem Ball.  Ignorieren Sie das Aufforderungsbellen und begeben sich aus der Situation. Nehmen Sie den Ball dann komplett aus den Focus des Hundes und beschäftigen sich mit etwas ganz anderem. Zu Hause können Sie ihn auch einfach auf seinen Platz schicken. Er soll merken, dass Forderung genau das Gegenteil bringt von dem was er möchte.

 

C wie Couchpotato Was mache ich, wenn der Hund meint, die Sitzgelegenheiten in der Wohnung gehören ihm. Und falls ich es mir auf dem Sofa auch mal gemütlich machen will, kriege ich mächtig Ärger?

Für Hunde geht es zu meist darum Annehmlichkeiten zu erhalten und Bequemlichkeiten nutzen zu können. Ihr ganzes Handeln ist deshalb darauf ausgelegt sich Vorteile zu erwirtschaften. So meinen dann auch einige Exemplare von ihnen, was sie einmal haben auch verteidigen zu müssen.

Das Sofa, der Sessel oder auch das Bett sind Objekte der Bequemlichkeit, die wir Menschen täglich nutzen. Und nicht nur wir, sondern auch unsere Gäste. Somit wirken diese Plätze auch auf unsere Hunde interessant. Nun probiert der Hund sich darauf und merkt auch recht schnell, wie toll es sich darauf liegen lässt. In der letzten Phase geht es ihm nun darum, sich diesen ergatterten Platz für alle Zeit zu sichern.

Es ist deshalb für Hundehalter wichtig Ressourcen wie Sofa, Bett oder Sessel ihrem Hund nicht frei zugänglich zu machen. Der Hund darf dann hinauf, wenn man es ihm erlaubt. Eigene Versuche des Hundes, sind zu unterbinden.  Hat der Hund aber nun bereits so einen Platz fest im Griff und verteidigt diesen nun vehement, ist es wichtig für den Menschen Souverän zu handeln. Der Hund sollte nun eine Hausleine tragen. Liegt er auf dem Sofa, wird er wortlos runtergeführt. Seine Versuche selbstständig das Objekt seiner Begierde zu betreten, sind konsequent zu unterbinden.

Schaffen Sie ihm hingegen einen eigenen bequemen Platz, der viele Vorteile verbirgt. So öffnet sich beispielsweise die Futterquelle erst, wenn er auf diesem liegt. Zum Spaziergang geht es von seinem Korb aus. Auch auf das Sofa darf nun wieder, wenn er sich zunächst auf seinen Platz begeben hat und dort brav wartet bis er das Zeichen dafür erhält.

 

D wie Dauerkläffer Was mache ich, wenn der Hund bei jeder Gelegenheit wie verrückt bellt und ich ihn nicht mehr zur Ruhe bringen kann?

Hunde bellen aus den unterschiedlichsten emotionalen Gründen. Sie möchten uns vor etwas warnen, aber sie zeigen uns damit auch ihre Freude und Angst. Hunde Bellen aus Langeweile und Unterforderung. Damit können sie sich in eine Art Tranceversetzen und ihr Leid zeitweise vergessen. Hunde können aber auch lernen, dass sie durch ihr Bellen die Aufmerksamkeit ihres Menschen erhalten. Bellen kann also zunächst ein Ausdruck für vieles sein.

Deshalb ist also wichtig festzustellen, wann und warum Ihr Hund bellt. Ist er vielleicht überstresst und nutzt es als Ventil, dann ist dem Hund einfach mehr alltägliche Struktur zu geben. Bellt er hingegen aufgrund von Langeweile und Unterforderung, lasten sie ihn körperlich aus. Bellt er um Aufmerksamkeit, ignorieren sie ihn und lenken seinen Focus auf etwas anderes. Möchte er sie vor Besuch warnen, zeigen sie ihm, dass sie ihn verstanden haben. Belohnen sie ihn für seine Arbeit und bestrafen ihn nicht dafür.

Ein zusätzliches Mittel, als Gegenkonditionierung, ist dem Hund das Bellen auf Kommando beizubringen. Hunde die bereits viel bellen können schnell lernen dies auf ein bestimmtes Signal zu tun. Denken Sie sich ein Wort aus und sobald ihr Hund darauf bellt, belohnen Sie ihn. Sie werden feststellen, dass der Hund nun eine völlig neue Beziehung zum Lautgeben aufbaut. Plötzlich steht vor seiner stimmlichen Reaktion ein Kommando, welches nach Ausführung Leckereien verbirgt. So mindert trainiertes Bellen, eigenständiges Bellverhalten.

 

E wie Energiebündel - Was mache ich, wenn mein Hund auch nach zwei Stunden Gassi gehen nicht müde wird und mich auffordert, weiter zu laufen?

Hunde haben kein Bewusstsein, sie handeln instinktiv. Ihr handeln wird bestimmt, durch die Einflüsse ihrer Umwelt. Den größten Einfluss hat deshalb der Mensch auf seinen Hund.

Seines Menschen zu animieren, hat für den Hund auch nur dann einen Sinn, wenn er daraufhin auch etwas für sich angenehmes erhält. Das kann Spiel, Spaß und Abenteuer sein. Je besser das Abenteuer, umso aktiver natürlich auch seine Animation. Es ist für einen Hundhalter also wichtig, von Anfang an, Beginn und Ende jeglicher Aktivitäten mit dem Hund selbst zu bestimmen. Die körperliche und geistige Auslastung sind dabei auf die rassespezifischen Merkmale seines Hundes auszurichten, aber das wann und wie lange, bestimmt der Hundehalter.

Die Auslastung sollte sowohl körperlich, als auch geistig gestaltet werden. Eine ideale Mischung aus beidem, bieten Suchspiele. Hundehaltung ist keine passive Haustierhaltung und deshalb sind bewusst gesetzte Aktionen des Menschen notwendig, bevor sie der Hund setzt.

Weiterhin gilt es, dass Futter zu prüfen. Achten Sie auf eine artgerechte Ernährung und nutzen ein Hundefutter mit nicht zu hohem Proteingehalt.  Ein Hund ist, was er isst und deshalb ist seine Mahlzeit auf seinen individuellen Wesenstyp abzustimmen.

 

F wie FreiheitskämpferWas mache ich, wenn mein Hund, so bald er von der Leine ist, abhaut, mich im Regen stehen lässt und irgendwann zurückkommt – wenn er es will?

Ein Hund muss lernen, dass es sich lohnt zu seinem Menschen zu gehen. Das Abrufen darf also für den Hund kein Abbruch von interessanten Dingen bedeuten. Es muss ihm als etwas Tolles, Schmackhaftes und Spannendes gestaltet werden.

Man beginnt dazu den Hund etwas Freiraum über eine lange Leine zu geben. Diese kann zwischen 10m-15m Spielraum haben. Mit dem Abrufsignal, beispielsweise HIER, führt man seinen Hund nun zu sich. Ist er angekommen erhält er das, was für ihn etwas Tolles bedeutet. Für den Einen kann es eine Leckerei sein, für den anderen sein Spielzeug. Für besonders schwere Fälle, sollte man die komplette Fütterung in diese Trainingsmaßnahme legen. Dieser Trainingsabschnitt wird mit dem jeweiligen Motivator nun so lange wiederholt, bis der Hund ohne weitere Einwirkung durch die lange Leine, auf das Abrufsignal HIER, selbstständig zu seinem Menschen kommt. Er bekommt daraufhin das Ziel seiner Begierde und man schickt ihn bewusst wieder weg.

Der wichtigste Teil dieser Ausbildung liegt darin, seinen Hund nicht zu sich zu betteln. Ziel muss es sein, dass der Hund den Sinn erkennt bei seinem Menschen etwas abzuholen.  Er lernt dadurch, dass es einen Sinn hat, auf das Abrufen zu reagieren. Er merkt auch dass ihm nichts verloren geht, denn schließlich kann er danach gleich wieder los. Jedenfalls zunächst bis zum Ende unserer langen Leine. Sofern diese nun eigentlich immer weniger benötigt wird, kann sie jeden Tag um etwa 50 cm gekürzt werden und zwar so lange, bis der Hund eigentlich nur noch den Karabiner trägt.  Die Training wird dabei zunächst fortgeführt: Abrufen - Futter geben o.ä. - wegschicken. Der Hund ist ein Gewohnheitstier und verinnerlicht vorteilhafte Abläufe recht schnell. Dass es nicht so bleiben wird und er immer etwas Materielles erhält, wenn er zurück kommt und das er auch zukünftig nicht immer gleich wieder los kann, sondern angeleint wird… behalten wir deshalb einfach für uns.

 

G wie GierlappenWas mache ich, wenn mein Hund alles von der Straße frisst, was er für genießbar hält, auch wenn es der letzte Dreck ist?

Hunde haben sich schon immer nach dem Abfall orientiert. Sie haben sich Jahrtausende auch vom Abfall des Menschen ernährt. Abfälle sind für Hunde kein Dreck, sondern Nahrung. Und Nahrung die einfach so rum liegt, für die man nichts tun muss außer sich zu bedienen, ist aus der Sicht des Hundes eine spektakulär gute Nahrung.

Wir Menschen haben die Angewohnheit, Abfälle als giftig zu betrachten. Auch das liegt in unserer Natur, denn wir sind im Vergleich zum Hund recht magenempfindlich. Wir übertragen nun unsere Sensibilität auf unsere Hunde und wenn die was finden, reagieren wir mit einem lauten NEIN und scheuchen unseren Hund von der von ihm gefundenen Nahrungsquelle weg. Sicher meinen wir es nur gut, aber der Hund denkt, wir machen ihm das Futter streitig. Und da nun auch sein Mensch scheinbar den Abfall mag, muss dieser ja noch toller sein, als bereits gedacht.

Nun lauert der Hundehalter darauf, ob sein Hund etwas findet um diese Aufnahme zu verhindern. Sein Hund lauert auf den Moment, wo er das Gefundene schnell hinterschlingen kann, bevor sein Mensch es ihm wieder streitig macht. Ein Teufelskreis!

Zwei Dinge sind deshalb zu prüfen. Bekommt Ihr Hund eine Vollwertige Nahrung, oder fehlen vielleicht Bestandteile die er auszugleichen versucht? Meistens ist das der Fall, wenn sich Hunde auf Kothaufen förmlich stürzen. Denn auch dieser Abfall ist voller Nährstoffe.

Oder haben Sie ihrem Hund vielleicht jeden Brötchenkrümel, den er auf der Straße gefunden hat, vorsorglich streitig gemacht?

Trifft ersteres zu, dann erhöhen Sie die Futterqualität und lassen sich dazu ruhig beraten. Trifft zweites zu, müssen Sie ins Training. Dazu schaffen Sie bitte eine Abfallspur. Diese soll etwas 20 m lang sein und aller 5 m eine andere tolle Leckerei beinhalten. Vom Brötchen bis zum Dönerfleisch, verteilen Sie es einfach mal auf der Straße.

Danach laufen Sie mit Ihrem Hund an der Leine diesen Parcours ab. Sobald er sich zur Nahrung bewegt, locken Sie ihn mit etwas noch besserem zu sich und schicken ihn danach voller Freude zu dem Objekt seiner Begierde. Diesen Ablaufparcours wiederholen Sie nun einige male. Sein selbständiges Handeln, muss dabei durch die Leine unterbunden werden und ihr Freizeichen den Zugriff zum Abfall ermöglichen. Ihr Hund lernt dadurch, die eigene Entscheidung zu mindern und auf Ihre zu warten. Dass die Ihrige zukünftig nicht jede Abfallaufnahme zulässt, behalten wir einfach für uns. Abrufen und eine Alternative bieten, ist das Mittel zum Zweck.

 

H wie HeimwerkerWas mache ich, wenn mein Hund die Wohnung auseinandernimmt, sobald ich die Tür hinter mir zu gemacht habe?

Wenn wir unsere Hunde alleine lassen, dann wollen wir genau das nicht, was wir bei gemeinsames Spaziergängen fordern: der Hund folgt uns! Schuld daran ist sein Meutetrieb, der ihm animiert bei seinem Rudel zu bleiben und sich nach ihm zu orientieren.

In dem Moment, wo wir uns bei unserem Vierbeiner verabschieden, oder einfach das tun was wir so machen bevor wir die Wohnung verlassen, wird genau dieser Meutetrieb aktiviert. Der Hund wird also animiert uns zu folgen. Schließen wir aber nun die Tür zwischen ihm und uns, dann können unsere Hunde dem natürlichen Trieb nicht nachkommen, geraten in Stress und reagieren sich auf unterschiedlichste Weise ab. Der Eine beginnt zu bellen und zu jaulen, der andere bemerkt, dass die Möbel nachgeben wenn man daran knabbert und flüchtet sich in diese Beschäftigung als Ablenkung.

Jeder Hund kann aber lernen eine zeitlang allein zu bleiben. Dazu sollte der Hund im Vorfeld körperlich und geistig ausgelastet werden. Weiterhin benötigt ein Hund nicht die ganze Wohnung, oder gar das Haus um sich wohlzufühlen. Schränken Sie also seine Freiräume drastisch ein. Je weniger Räume ihm zur Verfügung stehen, umso mehr kann er sich zurücknehmen. Viele Räume bedeuten, viele Bewachungsaufgaben.

Schrittweise, sollte nun dass allein bleiben geübt werden. Nach der körperlichen Auslastung, geht es in den für den Hund vorgesehenen Raum. Dort wartet ein Intelligenzspielzeug auf ihn. Der Hund muss von nun an nämlich sein Futter darüber erarbeiten. Zeigen Sie ihm kurz, wie er an das Futter gelangen kann und dann lassen Sie ihn üben und setzen sich in die Raum ecke. Wenn Sie merken, er kommt schon ganz gut zurecht, verlassen sie mal den Raum. Im Anschluss nehmen Sie ihm das Spielzeug bis zum nächsten Training weg.

Der nächste Ausbildungsabschnitt erfolgt erneut nach der körperlichen Auslastung des Hundes. Zunächst geht es auch wieder in den vorgesehenen Raum. Aber diesmal darf ihr Hund nicht gleich an den Futterspender. Erst wenn sie die Tür schließen, geben Sie ihm ein Freizeichen dafür. Nach kurzer Zeit kommen Sie wieder in den Raum zurück und nehmen ihm wortlos seine Nahrungsquelle weg.  Auch diesen Abschnitt wiederholen Sie nun einige male und verlängern dabei Ihre Abwesenheit etwas. Verlassen Sie ruhig auch mal kurzzeitig die Wohnung.

Sie haben nun eines erreicht, der Hund hat gelernt, wenn Sie gehen erhält er etwas Tolles. Wenn Sie wieder kommen ist es damit vorbei. Er wartet nun in seinem Raum förmlich darauf wann sie endliche gehen, damit er an seinen Futterspender kann. Durch den Erfolg bei seiner Futtererarbeitung, erlebt er gleichzeitig ein Glücksgefühl. Nun steht Ihre Abwesenheit  nicht mehr in Verbindung mit negativen, sondern positiven Emotionen.

 

I wie IgnorantWas mache ich, wenn mein Hund auf stur schaltet, wenn ich was von ihm will und er so tut, als ob er mich nicht hören könnte?

Ein Hund kennt zwar die Eigenschaft der Treue, aber mit der Liebe tut er sich schwer. Er kann sich vertrauensvoll binden und seine Zuneigung zeigen, aber nur weil er Vorteile für sich erkennt. Gehen die ihm verloren, so werden seine Zuneigungsbekundungen und seine Bindung zu einem Menschen auch immer weniger gezeigt. Hunde haben von je her nach dem Prinzip des Abstaubers überlebt, dass ist ihr naturell. Und auch in der heutigen Mensch Hund Beziehung geht es eigentlich immer nur darum. Der Hund benötigt ein Sicherheitsgefühl, eine lukrative Nahrungsquelle, ein warmes Nest und den sozialen Kontakt. Einige Hundchen geben sich schon mit wenigem zufrieden, andere benötigen etwas Aktionismus seitens seines Menschen.

Wenn Ihr Hund Sie also kaum beachtet, hat er einfach nicht gelernt oder bereits verlernt, dass es sich für ihn nicht lohnt. Sie sollten beginnen seine natürlichen Bedürfnisse nicht ohne weiteres zu bedienen. Sie müssen beginnen, ihm die Notwendigkeit sich nach ihnen zu richten verständlich zu machen. Ein sehr effektives Mittel, kann die Handfütterung sein. Dabei erhält der Hund sein Futter nicht nur aus der Hand, sondern man wechselt das Fütterungsprinzip weg von festgelegten Mahlzeiten, hin zu einem Büfett. Dieses Büfett hat den ganzen Tag geöffnet und leistungsbezogen erhält ihr Hund sein Futter nun aus Ihrer Hand.

Leistungsbezogen bedeutet nun, dass sie darüber zusätzlich ein Reglement aufstellen. Nicht er fordert etwas ein, sondern sie. Beispielsweise auf seinem Platz zu warten, oder erstmal darauf zu gehen um Futter zu erhalten, sind Regeln die Sie einfordern können. Der Hund lernt einfach, dass es sich lohnt sich nach Ihnen auszurichten. Denn schließlich gibt es keine andere Futterquelle aktuell. Wenn Sie merken, dass sich der Hund viel mehr nach ihnen orientiert, fordern Sie zwar die Leistungen, aber fahren die Futtergabe allmählich zurück und ersetzen sie durch Streicheleinheiten oder Spiel.

 

J- wie Jäger – Was mache ich, wenn mein Hund hinter allem her rennt, was nicht rechtzeitig auf den Baum kommt?

Hunde sind Beutegreifer. Die Natur hat Sie physisch und psychisch darauf eingestellt Beute zu stellen. Bestimmte Reize aktivieren bei ihnen deshalb ganz bestimmte Verhaltensmuster die dazu notwendig sind. So ziehen schnelle Bewegungen zunächst den Focus des Hundes auf sich und aktivieren darüber den Beutetrieb. Der Hund hetzt dem Objekt nach und versucht es festzuhalten. Einige Jogger haben da bereits so manche Erfahrungen gemacht. Es ist also wichtig zu verstehen, dass sich dieses instinktive Verhalten nicht abschalten lässt, aber Hunde können lernen wie sie mit bestimmten Reizen umgehen sollen und das ist verbunden mit Erfolg oder Misserfolg.

Ein guter Jäger möchte Jagderfolg und so geht es auch unserem Hund. Es ist ziemlich frustrierend etwas nachzurennen und es doch nie zu bekommen. Allerdings besteht jedes Mal die Chance doch diese Beute zu ergreifen. Gehen Sie also in die Ausbildung und simulieren Ihrem Hund den Misserfolg, aber auch einen Erfolg. Zunächst ist deshalb wichtig, ein selbstständiges Handeln des Hundes grundsätzlich zu unterbinden. Sichern Sie ihren Hund deshalb über eine lange Leine ab.

In der Ausbildung nutzen Sie zunächst einen Dummy oder Futterbeutel und hängen diesen an eine Art Angel. Nun wird diese in Bewegung gesetzt. Ihr Hund wird versuchen, die sich dadurch bewegende Beute zu fangen. Machen Sie ihn ruhig zunächst etwas Müde. Bei den erste Anzeichen von Ermüdungserscheinungen des Hundes, ermuntern Sie ihn und geben ein Signal zum zupacken. Nun darf er seine Beute haben. Diese Ausbildung wiederholen Sie einige male. Für den nächsten Schritt, müssen Sie Ihren Hund ablegen können. Sichern Sie ihn ggf. mit einer leine, damit ein unkontrolliertes Vorpreschen unterbunden werden kann. Werfen Sie nun die Beute von ihm weg und geben ihm im Anschluss das Zeichen diese zu suchen.

Ihr Hund lernt nun schrittweise, dass der Jagderfolg nur mit ihnen möglich ist.

 

K wie Kontrollfreak Was mache ich, wenn mein Hund auf alles aufpassen und jeden beschützen will?

Die Kontrolle zu haben wird einem Hund oft unbewusst vermittelt. Was wir häufig als Zuneigung verstehen, wenn unser Hund uns ständig folgt und uns nicht aus den Augen lässt, sind aber erste Anzeichen beim Hund uns zu Kontrollieren. Wenn dieser dann noch viele kleine Entscheidungen im Alltag selbst treffen darf, ist seine Position für ihn deutlich und klar. Er hat das Sagen und kontrolliert und prüft somit  die Anderen. Er ist es auch der dann Ansagen macht, wenn ihm etwas nicht passt.

Handeln Sie deshalb frühzeitig und geben ihrem Hund einen festen Platz in der Wohnung. Dieser sollte schon so gelegen sein, dass er recht viel vom Familienleben mitbekommen kann, aber darf nicht zentral gelagert sein. Eine gute Ecke mit Blick zum Sofa und der Tür, ist dafür gut geeignet. Andere Orte an denen sich der Hund aufhält, kann man aber trotzdem tolerieren. Aber der Focus zum Aufenthalt muss auf dem Hund zugewiesenen Platz sein.

Wichtig ist, dass sie den Hund auf seinen Platz schicken können und dass Sie als Hundehalter Reglements aufstellen sowie Ihre Vorrechte wahrnehmen können. Anzeichen des Hundes, Sie zu etwas zu animieren sind zu unterbinden. Überprüfen Sie sich dabei und vor allem Ihre Beziehung zu Ihrem Hund. Er macht nichts grundlos und verfolgt somit immer ein Ziel. Vorrangig geht es ihm dabei, eigene Vorteile zu erzielen.

Nehmen Sie ihm also die Kontrolle über Ihr tun und handeln und drehen den Spieß um. Sie gehen nicht mit ihm raus, wenn er sie auffordert. Sie drehen sich weg, ignorieren ihn und wenn er ruhig ist, stehen sie auf und gehen mit ihm spazieren. Nicht er animiert sie, wenn es zeit ist zur Fütterung. Sie schicken ihn auf sein Platz, warten einige Minuten und bereiten dann sein Futter vor. Erst wenn er brav auf seinem Platz liegt, erhält er das Freizeichen zur Futteraufnahme. Ihr Hund sollte auch nicht mehr Tempo und Richtung beim Spaziergang vorgeben, sondern Sie tun eine zeitlang genau das Gegenteil Ihres Hundes. Geht er schnell, werden Sie langsam. Wir er langsamer, gehen Sie schneller. Will er weiter, bleiben Sie stehen und bleibt er stehen, gehen Sie weiter.

Viele kleine Gestiken, nehmen dem Hund recht bald die Kontrolle und lassen ihn auch ruhiger werden.

 

L wie LeinenbeißerWas mache ich, wenn mein Hund, sobald er an der Leine ist, sich wie verrückt benimmt und wütend in die Leine beißt?

Ein Hund der in die Leine beißt, möchte seinen Willen durchsetzen. Entweder gefällt es ihm nicht, dass er sich fügen muss und nicht seinen Vorstellungen nachgehen kann. Ein weiterer Grund kann sein, dass er die Leine einfach für sich beansprucht. In beiden Fällen, möchte er sich gegenüber Ihnen durchsetzen.

 Wichtig ist deshalb erstmal, auf das Verhalten des Hundes keine aktive Reaktionen folgen zu lassen. Lassen Sie ihn ziehen, zerren und zedern und bleiben dabei ganz ruhig und souverän. Bleiben Sie vielleicht kurz stehen, stellen einen Fuß auf die Leine und gucken in die Luft. Wenn sich der Hund langsam beruhigt, gehen Sie wortlos weiter. Wiederholen Sie das Spiel jedes Mal, wenn er beginnt sich gegen die Leinenführung zu sträuben.

Bei besonders kräftigen Exemplaren verändern Sie einfach den Führpunkt der Leine zusätzlich und setzen diesen in den Brustbereich des Hundes. Nutzen Sie dazu ggf. ein Geschirr, dass in diesem Bereich bereits einen Ring vorhält. Durch das Führprinzip von vorn, wird der Hund quasi automatisch immer zu ihnen gelenkt, sobald er an der Leine ziehen sollte. Er wird schnell bemerken, dass ein wegziehen von seinem Menschen genau das Gegenteil mit sich bringt. Da Hunde auf körperliche Signale sehr sensibel reagieren, wird er das Ziehen an der Leine schnell von selbst unterlassen. Schließlich bringt ihn nur die lockere Leine wirklich vorwärts.

In weiteren Ausbildungsschritten beginnen sie nun Ihre Aufmerksamkeit bewusster auf den Hund zu legen und dabei auch die Kommunikation zu erhöhen. Loben Sie ihn, wenn er vernünftig an der Leine läuft. Geben Sie ihm ein besonderes Lenkerchen, wenn er sich nach Ihnen ausrichtet. Verwöhnen Sie ihn dabei aber nicht zu sehr, denn das Ziel ist Souveränität auszustrahlen und keine Futterbestechung.

 

M wie MobberWas mache ich, wenn mein Hund jedes Spiel zwischen Artgenossen stört und jeden unterwürfigen Hund anpöbelt?

Ein Hund muss soziale Kompetenz ebenso lernen, wie wir Menschen. Liegt ein Mangel vor, sind einige Schritte notwendig diese wiederzuerlangen. Das gelingt zum einen über die operante Konditionierung, dem Lernen über Versuch und Irrtum bzw. Versuch und Erfolg.

Weiterhin sollte überprüft werden, wenn es sich um einen Rüden handelt, ob es sich bei dem Verhalten um einen gesteigerten Geltungstrieb handelt. Dieser steht im direkten Zusammenhang mit seinem Testosteronhaushalt. Oftmals sind junge Hunde mit ihrem Testosteronspiegel und sozialem Kontakt etwas überfordert. Nehmen Sie dann einfach Kontakt zu Ihrem Tierarzt auf und lassen sich zu den Möglichkeiten für eine Hormonsenkung beraten.

Ein Hund der sich bei schwächeren ausprobiert, hat aber oft einfach ein Mangel im Selbstbewusstsein, aber dafür einen Drang zur Selbstbestätigung. Stärkt man das Selbstbewusstsein dieses Tieres, senkt sich folglich der Drang zur Selbstbestärkung. Damit kann man zunächst ganz ohne Hundekontakt und im heimischen Bereich beginnen. Fordern Sie Ihren Hund deutlich mehr geistig und körperlich heraus. Ihr Tier sollte von nun an, sein Futter nicht mehr einfach aus dem Napf erhalten. Suchspiele der unterschiedlichsten Art, sollen seine geistige Leistungsfähigkeit steigern und die sich daraus ergebenen Erfolgserlebnisse. Der Handel hält für so etwas gleichfalls Intelligenzspielzeuge vor, die eben auch sein Selbstbewusstsein fördern.

Weiterhin trainieren Sie das Abrufen Ihres Mobbers. Ihr Kommando sollte dem Hund dabei etwas Spannendes, Interessantes oder besonders Leckeres ankündigen. Rufen Sie ihn immer wieder zu sich, geben ihm dann das Ziel seiner Begierde und schicken ihn wieder weg.

Im letzten Schritt benötigen Sie nun Hundekontakt. Bevor Sie ihm aber Hundekontaktspiele zu gestehen, lasten Sie ihn auch körperlich aus. Ihr Hund muss bereits etwas entkräftet, aber positiv orientiert sein bevor er nun wieder Hunde treffen darf. Verweilen Sie aber nicht in der Situation, sondern gehen ruhig weiter. Wenn Sie merken, dass Ihr Hund gegenüber einigen Exemplaren doch mal wieder in alte Verhaltensweisen rutscht, unterbrechen Sie das Treiben in dem Sie Ihn zu sich rufen und mit ihm wortlos weitergehen. Manchmal passt eine Konstellation eben auch einfach nicht.

 

N wie Nervenbündel Was mache ich, wenn mein Hund ständig herumzappelt, nie zur Ruhe kommt und damit die ganze Familie stresst?

Ein hyperaktiver Hund kein ein Ausdruck dafür sein, dass das Tier nicht genug körperlich und geistig ausgelastet wird. Weiterhin kann aber auch ein hormoneller Mangel bestehen, welcher dem Hund rastlos und ruhelos wirken lässt. Solche Hunde weisen einen erheblichen Grad an Konzentrationsschwierigkeit auf. Häufig besteht dann ein zu hoher Serotoninspiegel, oder aber ein Dopaminmangel. In diesen Fällen kontaktieren Sie Ihren Tierarzt und lassen sich Beraten, welche medikamentöse Behandlung hier Linderung schaffen kann. Eine weitere Möglichkeit der Behandlung hält die biologische Tiermedizin vor. Ein Tierheilpraktiker arbeitet hier erfolgreich über spezielle homöopathische Mittel.

Ausbildungstechnisch kann so ein Hund mehr Denkaufgaben benötigen und eine angemessene Steigerung seiner körperlicher Auslastung. Eine angemessene Auslastung bedeutet, die entsprechenden rassespezifischen Merkmale Ihres Hundes dabei unbedingt zu berücksichtigen. Nehmen Sie dazu entweder Kontakt mit einem Züchter, oder dem VDH auf und lassen sich hierzu informieren. Unabhängig von einer Rassezugehörigkeit, muss ein Hund täglich aber mindestens 2 Stunden Auslauf erhalten und 30 Minuten körperliche Auslastung. Dieses Maß kann einer Hyperaktivität schon sehr entgegenwirken.

Wenn Sie die medizinischen Aspekte ausklammern können und dem Hund auch die körperliche Auslastung bereits ermöglichen, dann kann ein Mangel an Regeln dafür verantwortlich sein, das Ihr Hund einfach ständig mehr fordern. In solchen Fällen begrenzen Sie Ihr Tier und zeigen ihm an, dass Sie von nun an alle Aktivitäten bestimmen. Sie legen das Wann, das Wie, das Wo und auch das Wie lange fest. Außerhalb dieser Zeiten, ist der Hund zunächst zu ignorieren.  Klare Strukturen und deutliche Abläufe sind es, die den Hund reglementieren und sein Fordern minimieren.

 

O wie OpferlammWas mache ich, wenn mein Hund sich nicht wehrt, wenn er von Artgenossen angemacht wird und sich stattdessen zwischen meinen Beinen verkriecht?

Unter den Hunden gibt es unterschiedliche Temperamentstypen und Charakterklassen. Die Grundlagen dafür werden bereits durch die Gene festgelegt und sind somit nicht veränderbar. Man kann zwar die Verhaltensweisen, welche sich daraus ergeben, beeinflussen, aber Typ und Charakter eben nicht.

Wenn Ihr Hund also gegenüber Artgenossen den Rückzug einschlägt, entspricht es seiner logischen Konsequenz auf diese Situation zu reagieren. Ihm bleiben bei negativen Emotionen eben nur zwei Möglichkeiten, Flucht oder Angriff. Ihr Hund wird dabei immer abwiegen, welche der beiden Varianten erfolgsversprechender scheint und somit weniger Gefahren birgt. Sucht er den Schutz bei Ihnen, zeugt das von einem großen Vertrauen.

Seien Sie deshalb Ihrem Hund auch eine Unterstützung und geben ihm den Rückhalt den er in solchen Momenten eben braucht. Dabei nehmen Sie ruhig die Rolle eines aktiven Beschützers ein und signalisieren dem fremden Hund, dass seine Gegenwart nicht mehr erwünscht ist. Ein Schritt in dessen Richtung, verbunden mit einer ausgestreckten hand und einem tiefen NEIN, reicht in den meisten Fällen aus. Gehen Sie auf das Verhalten Ihres Hundes aber nicht weiter ein, trösten oder bemitleiden Sie Ihren Vierbeine nicht. Denn das würde sein Angstverhalten nur bestätigen. Er braucht einen Partner auf den er sich verlassen kann. Dieses Gefühl gibt ihm die Sicherheit, beim nächsten mal souveräner mit Hundekontakt umzugehen. Einfach auch, weil er gelernt hat, dass er eine Sicherheit hinter sich hat. Viele Begegnungen dieser Art können Ihren Angsthasen nun schrittweise stabilisieren und vielleicht offensivere Verhaltensstrategien ermöglichen.

Ein wichtiger Punkt sei noch erwähnt. Nehmen Sie Ihr Hundchen nicht schützend auf den Arm, um Ihn besser vor dem Großen Fremden zu schützen. Zum Einen machen Sie Ihr Tier nun noch interessanter für den aufdringlichen Fremden und zum anderen wirkt der nun herabblickende provokant. Die Situation kann sich dadurch nur noch verschärfen. Handeln Sie lieber deeskalierend und eben souverän. Stellen Sie sich vor Ihren Hund, oder hocken sich zu ihm runter. Die Situation ist nun weniger provokant und sie können aktiv, mittels Gestik und Mimik, auf den fremden Hund einwirken.

Ihr Hund lernt auch durch Observation. Was Sie ausstrahlen, nimmt er auf und auch an.

 

P wie Pupser – Was mache ich, wenn mein Hund ständig die Bude vollstinkt und auch regelmäßiges Lüften nicht mehr hilft?

Bei Hunden lässt diese Art der kurzzeitigen Entspannung, auf zu viel Kohlenhydrate im Futter schließen. Der Getreideanteil ist dann einfach zu hoch. Häufig nutzt die Hundefutterindustrie Weizenkleber um Trockenfutter zu binden. Oft wird auch Maismehl als Füllstoff genutzt. Das biologische Abgasen Ihres Hundes, macht Ihnen nun diese minderwertigen Bestandteile wahrnehmbar.

Sie müssen also auf die Ernährung Ihres Hundes achten. Die einzelnen Bestandteile lassen sich in der sog. Deklaration auf der Verpackung nachlesen. Die aufgeführte Reihenfolge gibt Ihnen dabei gleichfalls die Menge im Futter wieder. Auf der ersten Position sollten Sie deshalb Fleisch lesen und nicht, wie leider all zu oft, Getreide. Der inhaltliche Wert einer Hundenahrung, lässt sich also nicht von der Werbung ablesen, sondern von den tatsächlichen Bestandteilen des Futters.

Hauptbestandteil einer artgerechten Ernährung und in der Futterzusammensetzung in entsprechenden Reihenfolge aufgeführt, sollte deshalb Fleisch, Gemüse, hochwertige Öle und Kräuter sein.

Machen Sie sich deutlich, dass der Hund zu meist keine Wahl hat, was er frisst. Er muss das zu sich nehmen, was Sie ihm zur Verfügung stellen. Deshalb ist es so wichtig, sich als Hundehalter dessen bewusst zu sein. Ein Hund ist, was er isst. Die Ernährung nimmt nicht nur Einfluss auf sein Wohlbefinden, sonder auch auf sein Verhalten.

 

Q wie QuietschkommodeWas mache ich, wenn mein Hund schon anfängt zu quietschen, wenn ich das Wort „Tierarzt“ nur in den Mund nehme und er schon im Treppenhaus anfängt zu jaulen, als ob ihm gleich die Zähne gezogen werden?

Hunden kann man den Besuch beim Tierarzt nicht erklären. Beim Arzt muss es zudem steril sein, um Bakterien abzutöten und somit Infektionen zu verhindern. Hunde leben in einer geruchlichen Wahrnehmung. Steril bedeutet für sie, kein leben, denn was lebt hat Geruch. Es ist also bereits davon auszugehen, dass der Geruch beim Tierarzt sie verunsichert.

Häufig gibt man den Hunden auch nicht die Zeit, sich an diesem für sie ungewöhnlichen Ort zu gewöhnen. Auf das Angstverhalten seines Hundes, versucht der Halter zumeist beruhigend einzuwirken und der Tierarzt schnell die Spritze zu setzen. In beiden Fällen wird aber das Angstverhalten des Hundes bestätigt und somit verstärkt. Von seinem Menschen lernt er, durch die bestätigende Ausdrucksweise seiner bemitleidenden Worte und der dazu begleitenden streichelnden Hand, es ist richtig Angst zu haben. Der schmerzhafte Pieck durch die Spritze erlöst ihn zwar endlich, aber er lernt auch, erst nach diesem unangenehmen Teil kann er wieder raus. Warum er sich also sträubt, auch zukünftig durch diese Tür zu gehen ist wohl verständlich.

Gewöhnen Sie Ihren Hund also an den Tierarztbesuch und liefern Sie ihm eine positive emotionale Verknüpfung zu diesem Ort. Suchen Sie sich einen Tierarzt, der sich für Ihren Hund auch Zeit nimmt. Gehen Sie einfach besuchsweise zur Praxis. Sträubt er sich schon vor der Tür, locken Sie ihn mit Futter bis zu dieser. Geben Sie Ihm dann das Futter wortlos und gehen wieder nach Hause. Dieses wiederholen Sie regelmäßig so lange, bis der Hund weitestgehend angstfrei zur Praxistür kommt. Im nächsten Schritt bestätigen Sie ihn, wenn er durch diese Tür tritt. Geben Sie ihm seine Belohnung dafür und gehen wieder. Auch diesen Abschnitt gilt es regelmäßig zu wiederholen, bis Ihr Angsthase selbständig die Praxis betritt. Nun wird die Tierarzthelferin oder der Tierarzt mit eingespannt. Sie betreten die Praxis, Tierarzt oder Helferin geben Ihrem Hund die Leckerei und er darf wieder gehen. Locken Sie Ihn aber nicht, ihr Hund selbst soll den Weg zum Futter finden und seine Angst überwinden. Es ist wichtig, ihn nicht zu betteln, sondern nur einen Motivator zu setzen.

Schrittweise, wird nun Ihr Bello so bis zum Behandlungstisch geführt und somit über bewusst gesetzte positive Erlebnisse, seine Emotionalität der Örtlichkeit gegenüber beeinflusst.  Besuchen Sie also Ihren Tierarzt auch zukünftig nicht nur für eine Behandlung. Gehen Sie mit Ihrem Hund einfach nur mal Guten Tag sagen. Das hin und wieder mal eine Spritze folgt, lässt sich dann aber relativieren.

 

R wie RockerWas mache ich, wenn es mein Hund offensichtlich auf Ärger mit Artgenossen anlegt und auch keinem Kampf aus dem Weg geht?

Bei Hunden ist es ähnlich wie bei unseren Kindern, wenn sie keine Grenzen kennenlernen überschreiten sie diese stetig. Es ist also zunächst ganz wichtig, einem Rambo Regeln aufzustellen. Die erste und wichtigste ist dabei, dass er lernt wer Entscheidungen trifft und das Sagen hat. Dies sollte in erster Linie sein Mensch sein. Die dazu notwendige Autorität, darf man aber nicht mit stetigem Unterordnen und Dominieren des Hundes verwechseln. Es geht viel mehr darum, ihm eine angemessene Souveränität entgegen zu bringen. Weiter ist es wichtig, ihm zu sagen was wir von ihm wollen und ihn eben nicht einfach machen zu lassen.

Die Praxis sieht dann so aus, dass der Hundehalter Freiräume des Hundes viel mehr bestimmen muss und Maßnahmen festlegt. Das darf wiederum nicht nur situativ erfolgen, sondern muss den Tagesablauf mit dem Hund bestimmen. Ein Hund der sich ständig gegenüber anderen Hunden beweist, muss aufgezeigt bekommen, dass wenn es um Begrenzung geht, der Rudelführer bestimmend ist.

Nehmen Sie sich also die Zeit und überprüfen nicht nur bestimmte Vorfälle, die den Ärger mit Artgenossen hervorgerufen haben. Gehen Sie in die Details Ihrer Hundehaltung. Prüfen Sie genau, was darf Ihr Hund aktuell alles selbst entscheiden. Machen Sie sich eine Liste und notieren, worauf sie tatsächlich Einfluss nehmen und worauf nicht. Welche Plätze behauptet der Hund in Ihrem Beisein? Wie viel Mitbestimmungsrecht bei gemeinsamen Unternehmungen führt er tatsächlich aus? Führen Sie Ihren Hund, oder lenken und leiten Sie Ihn nur?

Ein sog. Rambo benötigt eine Führung an der er sich ausrichtet. Nicht jeder Hundehalter ist charakterlich dazu geeignet und muss sich dann von seiner Wesensart seinem Hund gegenüber, drastisch ändern.

Ein weiterer Punkt ist das Geltungsbedürfnis Ihres Hundes. Bei Rüden beispielsweise durch das Sexualhormon Testosteron bestimmt. Liegt dieser Hormonspiegel einfach zu hoch, wird jeder gleichgeschlechtige Artgenosse als Konkurrenz gesehen, gegenüber dem sich Ihr Hund dann behaupten muss. Jede erfolgreiche Behauptung dieser Art, führt weiter zu gewohnheitsmäßigem Verhalten.

Packen Sie deshalb das Über bei seiner Wurzel und denken über eine Kastration nach. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Tierarzt beraten. Eine Kastration senkt zwar den Testosteronhaushalt, ersetzt aber nicht die erzieherische Einflussnahmen. Lediglich die emotionale Grundlage ist behoben, das erlernte Verhalten wie sich Ihr Hund gegenüber anderen zu benehmen hat, deshalb noch nicht. Die hormonelle Einflussnahme über eine Kastration wird gleichfalls mehrere Monate benötigen. Sie ist deshalb nicht als Maßnahme, sondern als Grundlage zu einer Erziehung des Hundes zu sehen.

Es geht also um eine Mischung aus innerlicher und äußerlicher Einflussnahme, welche notwendig wird um aus dem Rocker einen alltagstaugliche Zeitgenossen zu machen.

 

S wie SchoßhundWas mache ich, wenn mein Hund meint, ein Leben auf meinem Schoß wäre so bequem. Hier bekäme er schließlich tonnenweise Streicheleinheiten und noch mehr Leckerlis. Da braucht er sich ja nicht mehr zu bewegen?

Heutzutage und somit die moderne Aufgabe des Hundes ist es, ein  Sozialpartner für seinen Menschen zu sein. Jeder der sich für ein entsprechendes Exemplar entscheidet, sollte deshalb im Vorfeld genau prüfen, welche Hunderasse mit seinen Eigenheiten zum jeweiligen Lebensstil passt. Zu einem sportlich aktiven Menschen, passt eine Englische Bulldogge eben genau so wenig, wie beispielsweise ein Weimaraner zu einem Coutchpatatoe.

Aber es sollten nicht nur die rassespezifischen Merkmale Berücksichtigung finden, sondern gleichfalls die individuellen charakterlichen. Nur wer sich im Vorfeld ausreichend informiert und die Auswahl für sich auch passend macht, wird im Nachhinein nicht überrascht. Viel Literatur gibt dazu Einblick in Hunderassen und stellt deren besondere Eigenschaften heraus. Ein guter Züchter hilft Ihnen bei der Wahl des passenden Charakters.

Sollte Ihre Wahl des Hundes aus rein emotionalen Beweggründen und dadurch das Gegenteil von Ihnen geworden sein, müssen Sie sich einfach gemeinsam annähern. Es hilft Ihnen dann, dass ein Hund ein Gewohnheitstier ist, das Vorteilsbedacht handelt. Liefern Sie dem Hund die Vorteile die er braucht in den Momente wo Sie ihn zu etwas aktivieren möchten. Wenn Sie sein bislang gewohntes Verhalten ändern wollen, dann gestalten Sie ihm das Bequeme Unbequem und das bisher zu Anstrengende lohnenswert.

Vieles erreichen Sie mit der richtigen Struktur. Nehmen Sie dem Hund eine zeitlang seine feste Mahlzeit. Reichen Sie ihm dafür dieselbe Futtermenge als Motivationsgabe zu einer Verhaltensänderung. Das erfolgt dann über den ganzen Tag verteilt. Wenn es nämlich keine Alternative zur Handfütterung gibt, wird seine Motivation umso größer sein. Dadurch, dass er dieselbe Menge erhält, entsteht auch kein Mangel.

Animieren Sie Ihn zu Aktivitäten und ignorieren seine Forderungen zur Bequemlichkeit. Ihr Hund wird schnell merken, was sich nun für ihn lohnt und was wie eine Seifenblase zerplatzt. Er wird dadurch nicht unglücklicher, nur agiler und somit lebendiger.

 

T wie TriebtäterWas mache ich, wenn mein Hund Artgenossen bespringt und Hündinnen bis zum Nordpol folgen will?

In aller Regel wird bei Behandlung einer überhöhten Aktivität zur Arterhaltung zu einer Kastration geraten. So fern Sie mit Ihrem Triebtäter nicht noch züchten wollen, ist es für alle Beteiligten auch die beste Wahl.

Ein Hund denkt nicht über sein Handeln nach, er reagiert instinktiv gesteuert. Dabei finden neurophsychologische Mechanismen statt. Global betrachtet handelt ein Hund aus rationaler Wahrnehmung und aus Emotionalität. Die Emotionalität wird über Ausschüttung bestimmter Hormone bestimmt.

Im Bereich der Sexualhormone spielt bei Rüden Testosteron die wichtigste Rolle. Quelle für die Ausschüttung dieses Hormons sind die Hoden. Bei einer erhöhten Testosteronproduktion ist also eine Kastration das geeignete Mittel, um dem Tier und seiner Umwelt Linderung zu verschaffen.

Sie sollten nun aber auch parallel  Verhaltenskorrektur durchführen. Lassen Sie das gewohnte Verhalten Ihres Hundes gegenüber Artgenossen nicht zu. Es ist dabei wichtig, dass Sie agieren und nicht nur darauf reagieren. Begrenzen Sie Ihren Wilden und lenken seine Aufmerksamkeit auf sich. Ihre Aktivität ist dabei von entscheidender Wichtigkeit. Was Sie ausstrahlen, sollte Ihren Hund positiv auf Sie fokussieren lassen.

Setzen Sie sich immer vor Augen, dass sie das Sagen haben sollten. Immer dann, wenn Ihr Hund Sie ignoriert verlieren Sie an Wert und es wird auch in anderen Lebensbereichen schwer, sich ihm gegenüber durchzusetzen.

 

U wie UnfugtreiberWas mache ich, wenn mein Hund nur Quatsch im Kopf hat, nur spielen will, allen auf die Nerven geht und den Ernst des Lebens nicht begreifen will ?

Ein Hund der sich in den Mittelpunkt drängt hat gelernt, dass dieser Platz viel Angenehmes verbirgt. Er will vielleicht Aufmerksamkeit und erhält sie, auch wenn es nur eine negative Reaktion auf sein Verhalten sein sollte. Es kann aber auch sein, dass Sie ihm gegenüber einfach nie deutlich waren und nie verständlich gemacht haben was er soll und was nicht.

Ein Hund benötigt Grenzen und diese sollten, individuell auf das jeweilige Tier, verhältnismäßig gesetzt werden. Beachten Sie einfach, wie sich Hunde untereinander begrenzen: Da wird fixiert, Drohgestiken gesetzt und auch abgeschnappt. Werden Gesten nicht beachtet, erfolgt eben eine Steigerung dieser und der Hund wird deutlicher. Durch Eskalationsstufen kann somit eine der Situation angepasste Begrenzung erfolgen. Wenn also ein scharfer und fixierender Blick nicht ausreicht, setzen Sie ein tiefes scharfes NEIN. Bei einem Sturkopf muss vielleicht ein Schupser, oder Schnauzengriff verdeutlichen.

Beachten Sie also bei der Hundeerziehung ein strenges Reglement aufzustellen, welches Sie noch lockern können. Schwieriger ist immer der umgekehrte Fall. Zeigen Sie dem Hund also deutlich, was Ihnen gehört und behaupten Sie diese Dinge. Wenn er es heute nicht benutzen darf, dann auch morgen nicht. Ihre Konsequenz ist der Schlüssel dafür, dem Hund seine Welt zu verdeutlichen.

Oftmals werden Hunde einfach nicht genügend ausgelastet. Man gibt ihm nur das allernötigste an Auslauf. Viele Hundehalter gehen davon aus, dass der Aufenthalt im Garten genügend Beschäftigung bereitet. Allerdings ist wichtig ist zu verstehen, dass ein Hund sich nur bewegt wenn er einen Grund dafür hat. Diesen Grund muss er finden. Ist er allein im Garten, legt er sich hin und wartet auf diesen Moment. Liefern Sie ihm das Motiv und erzielen dadurch eine höhere körperliche Auslastung. Wird der Hund draußen aktiv beschäftigt, wird er zu hause zur Ruhe kommen.

Im heimischen Bereich sollte der Hund dafür seinen Platz haben. Diesen Platz muss man ihm verdeutlichen. Dazu kommt erneut die Vorteilsregel zum tragen. An diesem Platz zu sein, bedeutet ruhen und auf die nächsten Aktivitäten zu warten. Strukturen, ein konsequentes Reglement und klare Abläufe sind es also, die Ihr Quälgeist benötigt.

 

V wie Verlegerwas mache ich, wenn mein Hund ständig meine Schuhe, seine Knochen und andere wertvolle Gegenstände mit sich herum trägt, die irgendwo versteckt oder verbuddelt?

Ihrem Hund geht es einfach darum Ressourcen zu sichern. Über Sinn und Unsinn der Gegenstände denkt er nicht nach. Jemand benutzt diese, also müssen sie aus seiner Sicht einen Wert haben. Und sind die erstmal versteckt, steht der Besitzer fest. Sofern es sich um Knochen handelt, ist es nicht so schlimm. Verschwinden aber Schuhe und andere Gegenstände des Menschen, kann es anstrengend werden.

Tabuisieren Sie nicht diese Gegenstände, denn dadurch erhalten sie einen noch viel höheren Wert. Sie signalisieren Ihrem Hund damit, dass es sich tatsächlich um wertvolle Sachen handeln muss. Es kann deshalb passieren das er nun versuchen wird, in den Momenten wo sie unachtsam sind, die Objekte seiner Begierde für sich zu sichern.

Besser ist es deshalb Sie als wertlos darzustellen. Das können Sie über ein Tauschgeschäft erreichen. Sobald Ihr Hund also sich einen Schuh schnappt, signalisieren Sie ihm gegenüber, dass Sie grade etwas ganz tolles und interessantes in einer anderen Ecke des Raumes gefunden haben. Kommt er nun neugierig angelaufen, erhält er ein tolles Leckerchen. Springen Sie also bitte nicht hektisch auf, wenn er sich etwas nimmt und versuchen vielleicht wild gestikulierend zu verdeutlichen, dass er es wieder ausspuken soll. Bieten Sie ihm lieber eine Alternative und kommt er dann mit dem Schuh angelaufen, muss er diesen einfach ausspuken um eine Leckerei zu bekommen.

Diesen Prozess können Sie nun sogar soweit voran treiben, dass Ihr Vierbeiner zum Hausdiener wird und auf Zuruf Schuhe oder Hausschlappen liefert. Natürlich immer gegen etwas noch viel besseres.

 

W wie Wadenbeißerwas mache ich, wenn mein Hund meint, jeder Jogger oder Radfahrer sei leichte Beute, müsste verfolgt und mit den Zähnen ausgebremst werden?

Hunde sind Bewegungsseher, deren Interesse sich auf alles lenkt was sich ab der Norm bewegt. Ihr natürliches Verhaltensmuster kann dazu führen, diese Objekte festzuhalten. Dazu können auch Jogger zählen, wenn einem Hund dessen Bewegung nicht genormt wurde. Unter Normung ist dabei zu verstehen, dass der Hund eine Gewöhnung gegenüber diesem Reiz erhalten muss.

Was Sie dazu benötigen sind zunächst Jogger und Radfahrer. Was Sie weiterhin brauchen, ist ein entsprechender Gegenreiz. Dieser kann von Hund zu Hund unterschiedlich sein. Bei dem Einen erreichen Sie alles über eine Futtermotivation. Bei einem Andren kann ein Spielzeug oder Dummy eine interessante Alternative sein. Diesen Gegenreiz bieten Sie ihrem Hund dann an, sobald ein Jogger oder Radfahrer erkennbar wird. Nutzen Sie nun die gesamte Zeit wo sich der Reiz nähert und agieren gegenüber Ihrem Hund. Machen Sie Ihren Motivator interessant, reden und animieren Ihren Hund dabei und kündigen an, dass er es gleich erhalten kann.  Sobald Läufer oder Trampler Sie und ihren Hund passiert haben, eröffnen Sie schnell das Spiel mit dem Dummy oder reichen dem Hund die angebotene Leckerei. Üben Sie zunächst an der Leine, verlängern diese dann schrittweise.

Ihr Hund wird in der Situation die fremden Reizen zwar wahrnehmen, aber lernt sich ihnen gegenüber passiv zu verhalten. Weiterhin stehen diese Reize zukünftig für Ihn in Verbindung mit tollen und angenehmen Erlebnissen. Der Hund verknüpft, sich nicht aktiv zum Reiz, sondern in Erwartung auf etwas, weg von diesem zu orientieren.

 

X wie Xantippewas mache ich, wenn meine Hündin sich während der Läufigkeit als Zicke entpuppt und keinen mehr an sich ranlassen will?

Die Läufigkeit besteht aus verschiedenen Phasen. In der Ersten kündigt sich die Läufigkeit an, in dem die Vulva anschwillt. Danach folgt die Blutung und letztendlich die sog. Stehtage. In dieser Zeit wird die Hündin empfänglich und Verhält sich eigentlich sehr offen gegenüber Rüden. Als nächstes folgt die Ruhephase, in der sich eine Hündin hormonellbedingt aggressiver gegenüber Artgenossen allgemein verhält. Schließlich beginnt die letzten Phase, welche nach ca zwei Monaten eintritt und  erkennbar durch das anschwellen des Gesäuges sein kann. Nun  ist die Hündin nochmals besonders empfindlich. In der Natur würde sie sich entweder zurückziehen und gebären, oder als Amme eingesetzt werden.

Es ist also ein völlig natürliches Verhalten, wenn Ihre Hündin während der Läufigkeit auf äußere Reize sensibel reagiert. Es ist eine Art Schutzfunktion, welche lediglich in einer Mensch-Hund –Beziehung missverstanden wird. Handeln Sie deshalb der Situation angemessen. Versuchen Sie nicht erzieherisch tätig zu werden, sondern deeskalierend. Akzeptieren Sie in der Zeit die Wesensveränderung und treffen präventive Maßnahmen. Vermeiden Sie ungewollten Kontakt zu Artgenossen oder Menschen. Beachten Sie einfach, was Ihre Hündin anzeigt, was sie möchte oder eben einfach auch nicht duldet.

Neigt Ihre Hündin in der o.g. Ruhephase zur sog. Scheinträchtigkeit und zeigt ein stark geschwollenes Gesäuge, zieht sich extrem zurück und zeigt aggressives Verhalten gegenüber Mensch und Tier, sollte über eine medizinisch bedingte Kastration nachgedacht werden. Denn bleibt dies unbehandelt, können schmerzhafte Gebärmuttervereiterungen und Tumore an der Gesäugeleiste die Folge sein.

Ein gesteigertes aggressive Verhalten ist als Abwehrdrohen zu verstehen. Die Hündin reagiert damit, um in Ruhe gelassen zu werden. Andere Mittel stehen Ihr nicht zur Verfügung, um dies anzuzeigen. Nehmen Sie es deshalb nicht persönlich.

 

Y wie Yorkshire-KillerWas mache ich, wenn mein Hund sich auf alles stürzt, was kleiner ist als er. Ohne Grund und Verstand?

Ein Hund auf dem Egotrip benötigt eine Sozialisation. Das Beste in solchen Fällen ist es, den Rüpel in diesen Situation sich selbst zu überlassen.  Hierzu sollten Sie sich einen Fachmann zu rate ziehen. Besonders geeignet sind Hundesitter, mit verhaltenstherapeutischen Kenntnissen. Sie führen täglich große Hundegruppen und die Hunde müssen in diesem Sozialgefüge lernen zurecht zu kommen. Auch oder grade ohne Ihren Halter. Eine Schule fürs Leben so zu sagen.

Ein anderer Weg wäre die Ausübung von mehr Kontrolle. Hundeschulen bieten dazu unterschiedliche Trainingskurse an. Gehorsamskurs oder sog. Raufergruppen verfolgen dabei das Ziel, dem Hund Disziplin und darüber einen neutralen Umgang mit Artgenossen zu vermitteln. Der Rüpel lernt bestimmte Grenzen zu akzeptieren und einzuhalten. Das ist es nämlich, was er aktuell nicht kennt.

 

Z wie Zugführerwas mache ich, wenn mein Hund meint, er müsste mich an der Leine dort hin ziehen, wo er es schön findet?

Es geht darum Führung zu übernehmen. Das erzielen Sie durch Einrichtung einer persönlichen Führungskultur. Es muss sich dabei für Ihren Hund aber lohnen, sich nach Ihnen auszurichten und zu orientieren. Setzen Sie dazu zunächst den Führpunkt des Hundes auf den Brustbereich. Bestimmte Geschirre halten dafür einen Ring vor. Wenn Sie die Leine dort befestigen, wird Ihr Hund nun vorn geführt.  Strafft sich die Leine, lenkt diese den Hund nun zu Ihnen und nicht mehr weg. Ihr Hund merkt recht schnell, dass seine Kraftaufwendung an der Leine genau das Gegenteil bewirkt von dem wo er hin möchte.

Wichtig ist dabei zu beachten, dass Sie nicht warten bis der Hund die Leine strafft. Seihen Sie einfach schneller und liefern dem Hund Impulse, Sie zu beachten. Reagieren Sie also nicht auf das Ziehen und zerren, sondern agieren Sie. Kurz bevor die leine ihre volle Länge zwischen Ihnen und dem Hund erreicht,  wechseln Sie abrupt die Richtung. Kaum wird der Hund erneut von etwas anderem abgelenkt, bewegen Sie sich schnell von ihm weg. Konzentrieren Sie dabei darauf, eigentlich von dem Hund weg zu gehen und nicht ihm zu folgen. Provozieren Sie seine Fehler, um diese korrigieren zu können.

Nun müssen Sie sich noch interessant für Ihr Tier machen. Seien Sie deshalb aktiv, bauen eine Kommunikation auf. Loben Sie den Hund, oder setzen gezielte Aktivitäten. Nur eine Aktive Führung ist überhaupt eine. Irgendjemand muss führen. Wenn Sie es nicht tun, macht es sich Ihr Hund zu seiner Aufgabe.

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